Hardselling schreckt Kunden ab

Der Verkaufstrainer Dieter Menyhart weiß: Frühere Verkaufsmethoden führen heute nicht mehr zum Erfolg


Wenn Kunden sich ändern, müssen Verkäufer nachziehen, sonst bleiben sie auf der Strecke. So verhält es sich auch mit der Verkaufsmethode „Hardselling“. „Auch heute kann mit Hardselling immer noch schnell Geld verdient werden, doch welchen Preis bezahlt der Verkäufer?“, fragt der Verkaufstrainer Dieter Menyhart. Denn ein Verkäufer, der so vorgeht, verspielt sich etwas, das gerade heute sehr entscheidend für den Verkauf ist: „Vertrauen ist der wichtigste Schritt für eine erfolgreiche Kundenbindung“, so Menyhart.

Viel zu lange wurde Verkaufen als Einzelhandlung verstanden. Heute hat jeder Kauf eine Bedeutung. In erster Linie für den Verkäufer. Er gewinnt an Sympathie oder verspielt sie. Aber das wirkt sich nicht nur auf das Image des Einzelnen aus, sondern hat Bedeutung für das ganze Unternehmen. „Der Kunde will nichts vorgegaukelt bekommen und möchte nicht zu einem überhasteten Kauf gedrängt werden, der für ihn weder auf kurze noch auf lange Sicht einen wirklichen Mehrwert bringt“, erzählt Menyhart.

Im Buch „Secret of Sales“ hat Menyhart 14 Big Player der Verkaufsszene der Schweiz befragt, wie sie die Entwicklung des Verkaufs beurteilen. Urs Minder, Leiter Verkauf Emmi GL Schweiz, äußerte sich darin zum Thema Hardselling folgendermaßen: „Kurzfristig ist Hardselling vielleicht erfolgreich, aber sobald der Einkäufer nicht wirklich zufrieden ist, fällt das System auseinander.“

Somit gehört der aggressive und aufdringliche Verkäufer, der einzig Wert auf den unmittelbaren Abverkauf legt und keinen Gedanken an die Kundenbindung verschwendet, gezwungenermaßen der Vergangenheit an. Deshalb schlussfolgert Menyhart: „Wer nicht in der Lage ist, den Kunden so zu behandeln, dass der sich verstanden und aufgenommen fühlt, wird kein erfolgreicher Verkäufer.“

Mehr zum Buch gibt es hier: www.menyhart.ch/verkauft/secret-of-sales.