Was Du von Basar-Verkäufern lernen kannst

Es ist jetzt Herbst und für die meisten von Euch sind die Ferien vorbei. Vielleicht bist auch Du an einem Ort gewesen, wo es noch richtige Basare gibt. Ich meine nicht die langweiligen Touristenstände an der Côte d’ Azur oder Rimini, sondern echte Basare, wo auch Einheimische einkaufen.


Ich selbst war vor einiger Zeit wieder einmal in der Türkei und wir besuchten einen solchen Basar. Am Anfang war es schon ungewohnt, alle zehn Meter von Verkäufern angesprochen zu werden, die auch das dritte «Nein» partout nicht akzeptieren wollten... Mit für uns unverschämter Hartnäckigkeit und in allen Sprachen versuchten sie, uns in ein Gespräch zu verwickeln und uns ihre Ware anzupreisen.

Als wir uns leise auf Schweizerdeutsch unterhielten, schnappte dies ein Teppich-Verkäufer auf und sprach uns in akzentfreiem Berner Dialekt an! Schlagartig wurden wir neugierig und er erzählte uns, dass er 9 Monate bei einem Cousin in Bern gelebt und dort unsere Sprache gelernt habe. Ich weiss noch wie ich dachte: 9 Monate?? Ich hatte 9 Jahre Schulfranzösisch und kann es immer noch nicht richtig.

Natürlich lud er uns zum Tee ein und führte uns in einen schummerigen Keller eines uralten Gebäudes. An den Wänden leuchteten Kerzen und es schmeckte nach süssem Weihrauch. Am Boden sassen bereits fünf andere Touristen und tranken verlegen ihren süssen Tee. Wir setzten uns dazu und warteten.

Dann begann die Warenpräsentation – nein sorry – es war eine SHOW! Ein alter Mann mit Turban schleppte mit Hilfe unseres Berners Teppich um Teppich herein. Jeden dieser Teppiche pries er würdevoll und gestikulierend an und erzählte dessen einmalige Geschichte in fliessendem Türkisch. Unser Verkäufer übersetzte, diesmal in wiederum akzentfreiem Englisch. Währenddessen brachten junge Frauen feinstes Gebäck und schenkten uns Tee ein.

Wie die Geschichte ausging? Natürlich kauften wir einen Teppich, der seither bei meiner Tante im Wohnzimmer liegt und die sich über das unerwartete Geschenk unheimlich gefreut hat. Vielleicht denkst Du jetzt: «schöne Geschichte, aber ich bin kein Türke und verkaufe auch keine Teppiche». Und damit hast Du natürlich recht.

Ich bin allerdings der festen Überzeugung, dass wir auch von anderen Kulturen lernen können, besonders wenn es uns etwas nützt.

Ich jedenfalls habe für mich etwas gelernt, was ich auch ganz vielen Verkäufern hier wünschen würde.

Es sind im Kern diese 3 Dinge:

  1. Investiere zuerst ins Vertrauen Kunden müssen Dir vertrauen können, damit Du Sie gewinnen kannst. Gerade in unserer Zeit, wo sich Produkte und Dienstleistungen immer mehr gleichen, ist das enorm wichtig. Damit meine ich nicht «Smalltalk», sondern die Auseinandersetzung mit den Zielen und Wünschen jedes Kunden und wie Du ihn dabei unterstützen kannst.
  2. Akzeptiere niemals zu früh ein «Nein!» Studien zeigen klar, dass es gerade im B2B Verkauf häufig sieben, acht oder mehr Kontaktversuche braucht, bis ein Kunde Dir vertraut und endlich kauft. Dieselben Studien zeigen, dass die allermeisten Verkäufer aber nach zwei bis drei «erfolglosen» Versuchen aufgeben und den Kunden als «verloren» aufgeben.
  3. Präsentiere Dich und Dein Angebot mit Stolz Viel zu viele B2B Verkäufer präsentieren sich und ihre Angebote wie unterwürfige Bittsteller und mit 08/15 Methoden («Das macht man in unserer Branche eben so»). Aber Kunden wollen von Siegern kaufen! Und dazu gehört auch ein Verkäufer, der auf sein Angebot stolz ist und es erfrischend und zielorientiert präsentiert.

Wenn Du und Dein Verkaufsteam noch besser verkaufen wollen, kontaktiere mich jetzt unter +41 55 556 70 60 oder dm@menyhart.ch

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